GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Zwigtman, Floortje
Titel Adrian Mayfield - Versuch einer Liebe
Übersetzer / Originalsprache Erdorf, RolfNiederländisch
Illustrator
ISBN 978-3-8369-5251-4 Reihe
Verlag Gerstenberg, Hildesheim, 2009
Seitenzahl 486 Preis 18,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 16-17
ab 18
Inhaltsangabe Das Buch ist die Fortsetzung des ersten Romans “Ich-Adrian Mayfield”, in welchem Adrian seine Homosexualität entdeckt. In “Versuch einer Liebe” hat Adrian eine Beziehung mit dem Künstler Vincent. Die Ruhe ist vorbei, als der Gerichtsprozess gegen Oscar Wilde beginnt. Die Gefahr, dass Adrians Vergangenheit als Prostituierter ans Licht kommt, wird immer größer. Am Ende steht Adrian ohne Job, ohne Bett und ohne Liebe und geht in die Obdachlosenunterkunft seines Vaters.
Beurteilungstext Das Buch ist die Fortsetzung des Romans “Ich-Adrian Mayfield”. Schon hier wird deutlich, dass Homosexualität im England des 19. Jahrhunderts verboten war. Adrian war nach seinem Job als Prostituierter in der Little College Street in der Londoner Homosexuellen Szene bekannt. Er liebt jedoch Vincent, einen gebildeten Künstler einer höheren Schicht. Schon zwischen Mann und Frau wäre eine solche Beziehung in dieser Zeit nicht möglich gewesen. Offiziell war Adrian der Schüler Vincents und er lehrte ihn Berichte zu schreiben um Journalist zu werden. Als der Prozess gegen Oscar Wilde, einem berühmten homosexuellen Schriftsteller, beginnt, ist die ganze Szene in Aufruhr. Viele Reiche verlassen die Stadt, um nicht auch angeklagt zu werden. Adrian hat dazu keine Möglichkeit. Er wohnt bei seinem alten Freund und seiner Frau und sitzt zum Geldverdienen Künstlern Modell. Die Gefahr das seine Vergangenheit ans Licht kommt steigt, als er einen Bericht über den Prozess fertigen soll. Er hofft, nicht erkannt zu werden. Der Anklage kann Adrian entkommen. Doch Vincent ändert seine Meinung. Homosexualität ist eine Krankheit, die geheilt werden muss. Er will sich und Adrian davon befreien. Doch Adrian widerspricht. So endet er zum Schluss wieder ganz am Anfang.
Der Ich - Erzähler beschreibt ausführlich seine Gedanken und Gefühle, sodass man sich als Leser gut in die Situation des jungen Adrian hineinfühlen kann. Er versucht sein Leben zu ordnen und aus der unteren Schicht herauszukommen und seine große Liebe zu gewinnen, wie wohl jeder junge Mensch. Adrian endet niedriger als zu Beginn seiner Geschichte - im Obdachlosenheim. So wird deutlich, dass es in dieser Zeit keine Möglichkeit gab, dem Schichtensystem zu entkommen und dass die Menschen nicht die gleichen Rechte hatte. Erschwerend kommt seine sexuelle Neigung hinzu. Es ist unter Strafe gestellt und so ist er gezwungen dieses Geheimnis für sich zu behalten. Die Sichtweise Vincents, die Homosexualität als Krankheit zu betrachten, geht mit der Meinung der damaligen Zeit überein. Da heute Homosexualität ein politisch viel diskutiertes Thema darstellt, bietet das Buch viele Diskussionsanlässe, regt an zum Vergleich zwischen den Denkansätzen früher und heute und hat demzufolge hohe Aktualität.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 T-CR, Thüringen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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