GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Norac, Carl
Titel 55 Quatschgeschichten zum Längerdichten
Übersetzer / Originalsprache Jacoby, EdmundFranzösisch
Illustrator Baas, Thomas
ISBN 978-3-941087-60-6 Reihe
Verlag Jacoby & Stuart, Berlin, 2009
Seitenzahl 64 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Lyrik
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Bei diesem Buch ist der Name Programm. Es handelt sich um 55 kurze Geschichten, die auch weitergedichtet werden können.
Beurteilungstext Gedichte finden sich in vielen Anthologien und Sammlungen. Sie fallen besonders durch ihre Kürze, ihre sprachliche Dichte und Ökonomie in der Verwendung der Worte auf.
Diese Beschreibung trifft wohl auch auf die 55 Kurzgeschichten von Carl Norac zu. Von Edmund Jacoby ins Deutsche übertragen, erscheinen die kleinen oft nur zwei- oder vierzeiligen Reime als leichte und oft witzig pointierte Gedichte. Sie folgen alle demselben Baumuster, das sich auch leicht auf andere, eigene Reime übertragen lässt. So beginnt jedes Gedicht mit "Dies ist die Geschichte von …" und dann folgen die kuriosesten Protagonisten, wie das Starennest, das Ohr, der Hügel eines Landes, ein bösartiges Gnu oder ein riesiger Zwerg.
Die implizite Aufforderung zum eigenen Dichten, die schon im Titel steckt, findet sich in den Geschichten wieder. Oft sind die Geschichten noch nicht beendet, sie stellen Fragen und man muss sich selbst überlegen, wie sie enden sollen. An anderen Stellen hat man allerdings den Eindruck, dass die Geschichten mit einer kleine Pointe bereits beendet sind und es nur ein unnötiger Zusatz wäre, noch eigene Zeilen an diese Texte anzufügen.
Untermalt sind die Geschichten, mit Bildern von Thomas Baas. Auf jeder Seite findet sich eine Geschichte mit einer entsprechenden Illustration. Dabei spielt Baas mit Farben und monochromen Hintergründen und setzt bewusst das Spiel mit Licht und Schatten ein. Seine reduzierten Darstellungen, die oft surrealistische Elemente beinhalten, lassen viel Raum für eigene Vorstellungen. Gleichzeitig greift Baas die Geschichten mit viel Witz auf und setzt sie im Bild sehr gelungen um.
Insgesamt zeichnet sich das Buch mit seinen 55 Kurzgeschichten vor allem durch die 55 unterschiedlichen Gestaltungen und seinen immer wieder überraschend neuen Charakter aus. Es ist daher sehr zu empfehlen, wenngleich man auch nicht jede Geschichte "längerdichten" muss.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 ar, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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