GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Steinegger, Hanna
Titel Unter Cowboys - Ein Swissgirl in Kanada
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7296-0781-1 Reihe
Verlag Zytglogge, Oberhofen (CH), 2009
Seitenzahl 256 Preis 19,50 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
Inhaltsangabe Die Autorin verarbeitet in diesem Roman ihre eigenen Erfahrungen. Im Alter von 21 Jahren emigriert die Schweizerin Laure nach Kanada und erfüllt sich ihren Traum: Als Cowgirl auf einer Ranch arbeiten.
Beurteilungstext Ein junges Mädchen verlässt ihre Heimat, die Schweiz, und fängt auf einer kanadischen Ranch ein neues Leben an. Sie lernt viele unterschiedliche Menschen kennen, gerät an ihre eigenen Grenzen und macht Erfahrungen, die ihr niemand wieder nehmen kann. Der (autobiographische) Roman der Schweizerin Hanna Steinegger enthält viele Aspekte, die für Jugendliche interessant sein können. So kann man sich z.B. bei der Lektüre die Frage stellen, ob für einen selbst ein Jahr im Ausland eine mögliche Option sein könnte. Auf jeden Fall verdeutlicht der Roman, welche Schwierigkeiten auf einen warten, aber auch welchen Gewinn man aus einem derartigen Schritt in Bezug auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ziehen kann.
Leider ist der Roman sprachlich weniger zu empfehlen. Durch die schweizerische Schreibweise (kein ß, nur ss) wird der Lesefluss deutlich gehemmt, Jugendliche dürften sowohl damit als auch durch die ungewohnte, zum Teil sehr umständliche Ausdrucksweise ihre Probleme haben. So gibt es viele missverständliche Begriffe, denen eine Erläuterung seitens des Verlags gut getan hätten (z.B. "Automaten" anstelle von "Automatik" bei der Schaltung des Autos, S. 7). Auch die vielen Ausrufesätze, die wohl das Gefühlsleben der Protagonistin betonen sollen, wirken eher deplatziert. Es sind viele Absätze und eher kurze Kapitel vorhanden, in denen sich auch einige Nebenhandlungen finden, deren Bezug auf die Haupterzählung im Dunkeln bleibt. Stattdessen wird durch diese der Spannungsbogen unterbrochen.
Andererseits könnte es aber auch durchaus sein, dass diese sprachlichen Kontrasterfahrungen eher die Empathiefähigkeit gefördert und die Lektüre bereichert wird. Allerdings ist eine Altersempfehlung eher in den Bereich ab 14 Jahre zu legen, da sonst evtl. das Reflexionsvermögen in Bezug auf die andere Schreibweise noch nicht vollständig vorhanden ist.
Der Roman beruht, wie das Ende verrät, auf Briefen an die Eltern, Tonbandaufnahmen und Tagebucheinträgen, was die Authentizität noch verstärkt. Außerdem sind auf den letzten Seiten private Fotos der Autoren zu sehen, die sie auf der Ranch zeigen. Es gibt einen kurzen Ausblick, der verrät, wie der Leben von Laura weiter gegangen ist, nachdem sie Kanada wieder verlassen hat. Ein kurzer Blick auf die biographischen Angaben der Autorin zeigt, dass auch hier deutliche Parallelen zu finden sind.
Insgesamt ist der Roman als eingeschränkt empfehlenswert zu bewerten: Für junge Mädchen, die Pferde mögen oder überlegen, ein Jahr im Ausland zu verbringen, kann die Lektüre durchaus anregend sein, allerdings schmälert die ungewohnte und umständliche Erzählweise das Lesevergnügen.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 RD, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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