GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Gieseler, Corinna
Titel Das Geheimnis des Bücherhüters
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Scholz, Barbara
ISBN 978-3-7817-0673-6 Reihe
Verlag Klopp, Hamburg, 2009
Seitenzahl 224 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Was ein Bücherhüter ist? Eines jener Wesen, die seit Urzeiten auf die Bücher aufpassen und sie zum Sprechen bringen können.
In diesem Fall benötigt es jedoch dringend die Hilfe dreier Kinder - und schon entwickelt sich eine turbulente, fantasievolle und spannende Kriminalgeschichte
Beurteilungstext Manchmal „wünschte sich Momme die Zeiten zurück, als in seinem Regal noch tiefe Stille geherrscht hatte.“ Denn weder das vornehme Lexikon, noch der streitbare Piratenschmöker oder das spleenige Comic können Momme Beer helfen, „Das Geheimnis des Bücherhüters“ zu lüften, jedenfalls glaubt er das anfangs. Seit dieses merkwürdige Wesen auf abenteuerliche Weise in seine Obhut gelangte, geben Mommes Bücher lautstark und ungefragt ihre Kommentare zum Besten, was den Zehnjährigen ganz schön nervt. Schließlich muss er schnell eine Lösung für das Problem des Bücherhüters finden. Da die kostbare Bibliothek, die dieser bisher sein Heim nannte, in alle Winde verstreut ist, muss der „Ophiliolibros“ nun alles versuchen, um so viel wie möglich zu retten. Der Fürsprache seiner Bücher verdankt es Momme, dass er der „Leseratte“ helfen darf, ihm seinen Freund und sein Zuhause wiederzugeben.
Und dann sind da noch die besserwissende Finja und der brutale Max aus seiner Klasse, die dem Jungen das Leben schwer machen. Doch wie ihm seine alten, gedruckten Freunde glaubhaft versichern, „… seien sie zwar aus Pappe, aber keine Weicheier.“ Und so werden sie im Kampf gegen hinkende Bösewichte mit blutrünstigen Hunden, undurchsichtige Buchhändler und ignorante Bibliothekarinnen auf eine völlig unerwartete Art zur unentbehrlichen Hilfe und bezahlen das fast mit ihrem Leben. Mit dem guten Ende, das der Bücherwurm Momme, sein cooler Freund Tobias und die strebsame Finja herbeiführen, ergreift die Autorin deutlich Partei für das Medium Buch, übersieht dabei aber auch nicht die Gefahren, denen es in unserer modernen Zeit ausgesetzt ist.

Zutaten wie eine Verfolgungsjagd, widersprüchliche Freundschaften und eine Jungenbande, die Mitschüler drangsaliert, geben der fantastischen Handlung realistische Bodenhaftung und würzen gleichzeitig die feinsinnige Geschichte um die Macht des geschriebenen Wortes mit dramatischer Spannung. Zahlreiche Motive bieten Identifikationsmöglichkeiten oder Wunschvorstellungen wie z. B. die sympathische Darstellung von Mommes Elternhaus, die aufregende Führung eines Detektivbüros oder die Idee, mit dem eigenen Bücherregal zu kommunizieren.

Unterstützt wird das alles hervorragend durch die sprachliche Gestaltung: Die erfrischende Mischung vornehmer Redeweisen mit robusten Ausdrücken und jugendlich frechen Kommentaren verleihen den einzelnen Akteuren Leben und der Geschichte die richtige Stimmung. Herrlich tiefgründige Formulierungen und verbale Gehirnrätsel sowie eine deutlich bildmalende Art des Erzählens machen daraus fast ein Kleinod sprachlicher Kunst im Bereich der Kinderliteratur. Damit reiht es sich bescheiden aber würdig neben Bestsellern wie „Tintenherz“ ein.

Erwähnt werden sollen auch noch die schönen, fast ein wenig altmodisch wirkenden Vignetten von Barbara Scholz, die jedes der 14 Kapitel stilvoll einleiten.

Vordergründig lesen wir hier eine Kriminalgeschichte um drei Viertklässler, die ihr waches Interesse für ihre Umwelt in ein unglaubliches Abenteuer verwickelt hat. Hintergrund des Buches bleibt aber immer der Gedanke: „Feder und Papier entzünden mehr Feuer als alle Streichhölzer der Welt.“ (Malcolm Forbes)
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Wa, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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