GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Schott, Hanna
Titel Tuso
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Junge, Franziska
ISBN 978-3-941411-06-7 Reihe
Verlag Klett Kinderbuch, Leipzig, 2009
Seitenzahl 91 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 4-5
6-7
Inhaltsangabe Tuso und Daudi sind Waisenkinder. Sie leben bei ihrer Tante auf dem Dorf am Kilimandscharo. Sie fühlen sich dort nicht wohl und machen sich auf die Wanderung nach Arusha. Tuso verliert seinen großen Bruder und fährt alleine mit dem Bus nach Daressalam. Dort lebt er etliche Jahre als Straßenjunge, bis er in einem Internat aufgenommen wird und Lesen und Schreiben lernt. Nach einigen Jahren kehrt er in sein Dorf zurück und findet dort tatsächlich seinen Bruder wieder.
Beurteilungstext Aus der Sicht des anfangs fünfjährigen Jungen erzählt Hanna Schrott eine wahre Geschichte - auf der letzten Seite folgt ein Interview mit dem inzwischen 16-jährigen Tuso. Zwei Fotos zeigen dort, wie er aussah, als er in das Internat kam und wie er heute aussieht. So ist der Anfang der Erzählung ganz einfach erzählt, so wie ein kleiner Junge die fremde Welt auf der Wanderung wahrnimmt. M.E. übertreibt die Autorin dabei allerdings etwas die Weltfremdheit - noch nie hat er ein Auto gesehen, kennt keinen Strom und folglich auch kein Fernsehen. Dafür nimmt er den Straßenverkehr in der Folge doch als reichlich normal wahr. Wirkliche Expeditionen ins Unbekannte werden anders erlebt. Das tut der Geschichte aber keinen Tort an, gezeigt wird vielmehr, wie sich das Leben auf dem Lande und das in der Stadt in Tansania noch elementar unterscheiden. Etwas kurz kommt das Leben als Straßenjunge. Auch wenn ein Junge, der dort lebt, kaum viel darüber zu erzählen weiß, sollte m.E. doch mehr darüber beschrieben werden, denn Kinder aus Mitteleuropa - besonders solche, die dieses Kinderbuch in die Hand bekommen - können sich überhaupt nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen das Leben dort nur möglich ist.
Aber der Zufall, der Tuso an die Sozialarbeiterin Jutta - die es wirklich gibt - geraten lässt, wird als solcher deutlich, Tusa hat nur deshalb Glück, weil er intuitiv im richtigen Augenblick das Richtige tut.

Franziska Junge zeichnet dazu Illustrationen, deren kräftige Farbflächen der afrikanischen Kunst Ostafrikas entsprechen. Flächig, ornamental und naiv anmutende Bilder der Menschen, der Märkte voller wuselndem Leben und der Landschaften vermitteln Lebensfreude und nehmen die Farben und Formen der kräftig bedruckten Kattunstoffe dieser Region auf, fast hört man die Musik und Rhythmen des Landes.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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