GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Jako-o,
Titel Kindergeschichten aus Deutschland und Afrika
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator div. Kinder
ISBN 978-3-939776-03-1 Reihe
Verlag jako-o, firma@jako-o.de, 2008
Seitenzahl 215 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Texte von Kindern
Zielgruppe 8-9
12-13
Inhaltsangabe Aus zwei Teilen besteht dieses Buch voller sehr kurzer Geschichten, die von Kindern illustriert wurden: Im ersten Teil schreiben deutsche Kinder, im zweiten Kinder aus Burkina Faso. Ob afrikanische Kinder etwas aus den deutschen Geschichten lernen können, ist die Frage, die anderen aber eröffnen europäischen Kindern eine ihnen fremde Welt. Sie lesen vom Leben, von Märchen, vom Klima in Burkina Faso, können sich über Witze amüsieren.
Beurteilungstext Einen himmelweiten Unterschied machen die beiden Teile aus: die deutschen Kinder sind offensichtlich überaus stolz auf ihre literarischen Produkte, bei manchen hört man auch noch den Stolz der Eltern hindurch - aber keinerlei Versuch eines Experten für Sprache und Literatur, auch nur den geringsten Einfluss auf die Gestaltung der Texte zu nehmen. So finde ich die kurzen Texte reichlich naiv und meist überflüssig - eben Nebenprodukte von Kindern, die, das liest man ihnen allerdings ab, viel lesen und ihre Fantasie weniger aus dem Fernsehen beziehen als aus den Kaufhauskinderbüchern. Ein behutsames Lektorat wäre hier angebracht gewesen. Das gleiche gilt für die Zeichnungen. Nur wenige sind kreativ oder originell, meistens handelt es sich um Klischees.

Aber welche Welt tut sich da in der zweiten Hälfte auf: Diese Kinder haben etwas mitzuteilen! Sie erzählen alte Märchen und Sagen, frei nacherzählt. Sie interviewen einen Lehmhüttenerbauer, sie beschreiben die Tierwelt, die Pflanzen, die bei uns nicht wachsen. Sie erzählen von ihrem Alltag auf dem Dorf oder in der Stadt, vom Klima - und immer wissen sie, was ihre deutschen Leser nicht wissen können. Und erklären dann kurz und knapp. Dazu passen dann auch die Fotos und Zeichnungen. Auch diese Zeichnungen sind nicht immer frei von Klischees, meist jedoch zeigen sie das, wovon im Text die Rede ist, naiv, aber gut beobachtet, in ansprechenden Farben, gut reproduziert.
Hier gab es ein behutsames, aber eindeutiges Lektorat - und wer braucht das mehr als Kinder. Sie nehmen das dankbar an.
Besonders stolz werden sie sein, dass jeder der afrikanischen Autoren mit einem Porträtfoto vertreten ist.

Allen Geschichten im gesamten Buche gemeinsam ist, dass sie kurz sind. So kurz, dass auch Kinder sie leicht lesen können, vorlesen können. Das heißt auch, dass man mit diesem Buch in Schule oder zu Hause gut arbeiten kann, lesen üben, schreiben üben und: selbst Geschichten schreiben kann, die man zum Beispiel dann der Heimleiterin in Ouagadougou schicken kann, die e-mail-Adresse steht im Buch.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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